„Die leise Melodie wanderte durch die ganze Kirche bis hin zur Orgelempore. Giora Feidman durchschritt den Raum nicht nur im buchstäblichen, sondern auch im musikalischen Sinn. Zusammen mit dem Organisten Matthias Eisenberg hob er die Grenzen zwischen E- und U-Musik auf – und die Trennungslinien zwischen Publikum und Musikern. Immer wieder rief er sein "Zusammen!" und animierte die Zuhörer zum Summen einer Melodie oder eines Grundtons. Dann verführte er mit den Gesten eines Schlangenbeschwörers den Orgelspieler zu ekstatischen Interpretationen ... Überraschung reihte sich an Überraschung.“

So beschrieb der Kritiker des „Sylter Spiegel“ ein musikalisches Erlebnis, das schon an vielen Orten die Konzertbesucher beeindruckte. Klarinette und Orgel, ein ungewöhnliches Duo. Denn ist nicht die Klarinette, die gerade einmal die Größe einer einzigen kleinen Orgelpfeife hat, dem Klangvolumen der „Königin der Instrumente“ hoffnungslos unterlegen?

Dass die beiden ungleichen Partner so erstaunlich harmonieren, sich einfühlsam aufeinander einstellen, sich raffiniert Töne und Sequenzen zuspielen, diese vom anderen aufnehmen und phantasievoll variieren, zeigt die Meisterschaft der Interpreten. Auch sie könnten ungleicher nicht sein: 20 Jahre Altersunterschied, der eine als Jude in Argentinien geboren, der andere als Christ in Ostdeutschland.

Doch solche Unterschiede werden beim Musizieren belanglos und verbinden sich zu einem neuen Ganzen, mal zart pianissimo, dann in fulminanten Crescendi. Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Leonard Bernstein und Astor Piazzolla kommen da in einer Weise zur Aufführung, wie sie zuvor noch niemand gehört hat.

Zwei Meister in perfekter Harmonie

Der in Dresden geborene Orgelvirtuose Matthias Eisenberg, Professor, Kirchenmusikdirektor und Kantor, Preisträger vieler internationaler Preise und der legendäre Giora Feidman trafen im Frühjahr 2000 in der St.-Severin-Kirche in Keitum/ Sylt zusammen. Seither geben Sie mehrmals im Jahr gemeinsam Konzerte. Jeder ein Zauberer auf seinem Instrument, zusammen Magie in höchster Vollendung.

„Er kann einen melodisch schlichten Song so spielen, dass sich dahinter geheimnisvolle Räume auftun – geflüsterte Gebete“. (Die Zeit)